Immer wieder wird von Vermehrungspausen bei den Zwerggarnelen berichtet. Auch in Foren wird dieses Thema oft heiß diskutiert.
Es gibt verschiedene Vermutungen warum die kleinen Krabbler zeitweise ihre Vermehrung einstellen und anscheinend nicht an Sex denken. Egal was der Aquarianer anstellt, die Garnelen bleiben für eine gewisse Zeit Sexmuffeln.
Ich möchte euch heute meine Beobachtungen und Erfahrungen dazu mitteilen.
Auch in meinen Becken herrscht von Mitte November bis Ende Februar Funkstille, was die Vermehrungsfreudigkeit meiner Tiere angeht. Dabei geht es nicht nur den Garnelen so, auch bei Skalar und Killi konnte ich dieses Phänomen schon des öfteren beobachten. Im Winter tut sich einfach viel weniger in Sachen Nachwuchs. Während sich die Bienen und Taiwanmischlinge total abstinent zeigen, schränken sich die Red und Yello Fire, Babaulti und Blue Pearl nur ein wenig ein. Die Tiger habe ich erst seit kurzem, da kann ich noch keine Angaben machen.
Woran liegt es nun?
Vermutung 1: Das Licht, die Tageslänge
Ich halte einen Teil der Tiere im Wohnzimmer, wo immer ein wenig Tageslicht in die Becken scheint, im Winter natürlich wesentlich weniger als im Sommer. Einen Großteil der Tiere halte ich jedoch in meiner Zuchtanlage im Keller und da gibt es kein Tageslicht (leider), lediglich die elektrische Beleuchtung erhellt das Geschehen.
Am Licht liegt es also bei mir nicht.
Vermutung 2: Die Temperatur
Hier habe ich wieder den Unterschied Zuchtanlage – Wohnzimmer. Im Keller gibt es keine Heizung, auch der Raum an sich ist kühler somit liegt die Beckentemperatur bei ca. 19 °C. Im Wohnbereich liegen die Temperaturen bei ca. 21°C. Im Sommer klettern die Temperaturen zwar um 4-6 Grad hinauf, aber die Vermehrung setzt bereits lange vor der Temperaturerhöhung wieder ein (aktuell sind gerade wieder die ersten Bienen in verschiedenen Becken tragend – nach ca. 3 Monaten Pause).
Also ist auch diese Vermutung für mich nicht schlüssig.
Vermutung 3: Die Beckenstandzeit
Des öfteren berichten Halter, dass es in frisch eingerichteten Becken munter zur Sache geht und die Vermehrungsfreudigkeit nach einiger Zeit nachläßt, bis sie schließlich ganz zum Stillstand kommt. Hier wird Vermutet, dass sich im Laufe der Zeit im Bodengrund zu viele Schadstoffe ansammeln und daher die Vermehrung stoppt. Das kann ich bei mir nicht bestätigen, da ich über den Winter eigentlich eher wenig an den Becken mache (Wasserpritscheln ist in der kalten Jahreszeit einfach nicht so mein Ding) und die Vermehrung ja trotzdem im Frühling wieder einsetzt, egal wie lange das Becken schon unverändert steht.
Auch andere Parameter wie Futterumstellung oder veränderte Wasserparameter kommen bei mir nicht in Frage, da es im Sommer zwar wesentlich mehr frisches Grünfutter (Brennessel, Wasserflöhe, …) gibt aber auch hier setzt die Vermehrung bereits Wochen vor der Futterumstellung wieder ein. Mein Wasser bereite ich über eine Umkehrosmoseanlage auf, so dass es auch hier keinerlei Veränderungen gibt.
Die wohl plausibelste Theorie, die für mich nachvollziehbar ist, beruht auf dem veränderten Luftdruck im Jahresgang. Normalerweise zeigt sich im April ein eher niedriger Luftdruck, daher auch die Wetterkapriolen des Aprilwetters, und vergleichsweise hohe Werte für Mai und September, welche ja normalerweise ein eher stabiles Wetter aufweisen.
Ob es jetzt tatsächlich am Luftdruck liegt oder es vielleicht doch ein ganz andere Erklärung gibt – ich weiß es nicht und eigentlich ist es ja auch egal. Fest steht jedenfalls, der Garnelenhalter kann die Vermehrungspause nicht wirklich steuern oder verändern sondern sie einfach nur aussitzen.

Sehr schöner Artikel über die Vermehrung. Ich kann bisher auch nicht genau sagen woran es liegt. Bei mir unterscheidet es sich aber auch von Becken zu Becken….bei der gleichen Art von Garnelen.